Umweltfreundliche Verpackungen aus China?

Heutzutage kommen viele Artikel, die wir im Alltag selbstverständlich nutzen, aus China. Die Volksrepublik ist in sehr vielen Branchen auf dem Vormarsch – zum Teil skeptisch beäugt, aber dennoch mit einer gewissen Akzeptanz begleitet. Kein Wunder, dass chinesische Produktionen aus allen Sektoren so gut gekauft werden, sind sie doch billiger, als das, was in Europa oder speziell in Deutschland hergestellt wird. Kleidung und Accessoires, Elektronik, Autoteile: Die Liste ist lange fortführbar. Wo immer Fachwissen und Infrastruktur – und andere Voraussetzungen – es zulassen, wird in China selbst hergestellt, nachgebaut oder sogar im Auftrag namhafter Unternehmen produziert.

Faktor Nummer eins bei den Begründungen sind die deutlich niedrigeren Produktionskosten, die es sogar zulassen, dass lange Transportwege in Kauf genommen werden. Trotz dieser Kosten für das Einfliegen oder Verschiffen der chinesischen Waren in Richtung EU sind die Herstellungskosten vieler Dinge so verschwindend gering, dass die Gesamtsumme aus Material- und Personalkosten plus der Logistik-Kosten eine in Europa oder eben in Deutschland angesiedelte Fabrik nahezu wettbewerbsunfähig macht.

Am Beispiel von Verpackungsmaterial kann es aufgezeigt werden, dass die China Produktion zwar günstiger vonstatten geht, dies aber nicht im Geiste der Zeit mitschwingt, da der Umweltschutz, ein brisantes und bei jeder Handlung wichtiges Thema, völlig aus den Augen verloren wird.

Umweltbewusst einkaufen – auch im großen Rahmen

Auf Nachhaltigkeit achten, die Umwelt schonen: Das nehmen sich immer mehr Kunden zu Herzen. Doch die Endverbraucher sind nicht alles – auch die großen Unternehmen müssen sich dem Thema Umweltschutz ausdrücklich zuwenden. Wer sein Verpackungsmaterial – um beim genannten Beispiel zu bleiben – in China oder in einer anderen asiatischen Nation bestellt, verliert einige wichtige Aspekte aus den Augen. Begonnen werden sollte die Überlegung bereits bei den Herstellungskosten. Diese sind möglich, weil Niedriglöhne und oftmals härteste Arbeitsbedingungen das tägliche Brot nicht nur chinesischer Arbeiter sind. Berichte darüber sind immer wieder in allen Medien zu finden – und eine ausdrückliche Mahnung, auf diese Artikel zu verzichten, geht immer mit den Reportagen über 16-Stunden Tage zum Hungerlohnt einher: Man kauft nicht, um die Arbeitsbedingungen nicht auch noch zu unterstützen.

Neben diesem Argument steht auch die Produktion im Allgemeinen in China und anderen asiatischen Ländern nicht unter dem Motto Umweltschutz. Dort herrschen vollkommen andere Abgasnormen, Wasserschutzbedingungen und so weiter. Die Verschmutzung vom Trinkwasser, Raubbau an der Natur, unkontrolliert und ungefiltert in die Umgebung abgelassene Abgase: All das sind tägliche Phänomene, die auch für Europa und den Rest der Erdbevölkerung gravierende Folgen haben. Nach dem Produktionsablauf kommt dann zusätzlich noch der Transport, meist per Containerschiff oder eben via Luftfracht – auch das belastet die Umwelt zusätzlich. Was das alles für Auswirkungen auf den Treibhauseffekt und andere negative Umweltphänomene hat, kann sich jeder vorstellen. Die Chance, in China bald ein Umdenken auf eine nachhaltige und umweltbewusste Produktionsweise zu erwirken, ist relativ gering; zugunsten eines anhaltenden Wirtschaftsaufschwungs wird gerne auf diese „unnötigen“ Kostenfaktoren verzichtet – man will die Preise halten und damit die weltweit agierenden Konkurrenten vom Markt drängen. Verpackungsmaterial, das unter Beachtung aller Umweltrichtlinien mit hiesigen Löhnen und anderen Standortfaktoren hergestellt wird, kann diesen Preis nicht halten. Die großen Unternehmen, die ihre Verpackungen dann in China ordern, sparen ordentlich Geld, das teils auch in günstigeren Verkaufspreisen wieder zu finden ist. Doch geht eben diese Preiskonkurrenz voll zu Lasten der folgenden Generationen, die die Folgen „ausbaden“ müssen.

Welche Alternativen gibt es?

Neben der Herstellung ist auch das Entsorgen von Verpackungen ein wichtiges Thema. Auch hier muss heutzutage Umweltverträglichkeit der entsorgten Umverpackungen gewährleistet sein. Als Alternativen für die wenig naturfreundliche Herstellung oft chemisch belasteter Verpackungsmaterialien gibt es kompostierbare Kartons und Füllmaterialien, die im Vergleich kaum eine Belastung für die Umwelt darstellen. Das Prädikat des Umweltschutzes hat heute einen hohen Stellenwert – gar nicht wenige Kunden überlegen sehr wohl, ob das, was sie kaufen, ökologisch in Ordnung ist, oder nicht. Ein Unternehmen, das recycelbare Kartons von der Firma FSP verwendet und darauf beim Verkauf seiner Waren auch hinweist, hat Naturliebhaber als Kunden auf seiner Seite – und das sind im Vergleich zu einer Zeit vor wenigen Jahrzehnten gar nicht wenige. Das Bewusstsein, die miesen Arbeitsbedingungen chinesischer Arbeiter nicht zu unterstützen, eine schonende Produktionsweise in Europa, ohne lange Transportwege, die die Meere oder die Luft belasten zu unterstützen und dafür eine recycelbare Verpackung zu erhalten: Das wäre das ideale Verhalten, auch in einer so nebensächlichen Angelegenheit, wie es die Verpackung von Waren eigentlich ist. Eine Nebensächlichkeit von zig Millionen Tonnen, die in der heutigen Konsumwelt anfällt.

This entry was posted on Dienstag, Juni 3rd, 2014 at 10:41 am and is filed under Produktion. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.

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