Wie wäre es mal mit etwas Persönlichem zu Weihnachten?

Die Zeit wird immer hektischer – nur selten bleibt noch Zeit, sich an alte Werte zu erinnern. Das wird besonders zu Weihnachten immer deutlicher. So sitzt die Familie nicht mehr, wie früher, beim Weihnachtsbaum zusammen und verbringt den Heiligen Abend miteinander – vielmehr ist das Smartphone, am besten frisch aus der Geschenkverpackung befreit, der hauptsächliche Inhalt solcher Abende. Da werden zwar vielleicht Weihnachtslieder über den Music-Player abgespielt und passende Videos angesehen, doch ansonsten ist man mit sich selbst, den Medien und den dazu gehörigen Geräten beschäftigt.

Geld wird massenhaft ausgegeben – gerade für Weihnachtsgeschenke. Diesen Geschenken fehlt aber nicht selten die persönliche Note. Es wird Elektronik, Schmuck und anderes besorgt, bestenfalls noch im Geschäft in eine Verpackung gehüllt und damit ist die Weihnachtsvorbereitung erledigt. Etwas selbst Gemachtes oder Dinge, die einen persönlichen Bezug haben, gibt es vielleicht noch von kleineren Kindern, die in der Schule etwas basteln, malen oder auf andere Weise für Weihnachten vorbereiten. Wo Mütter früher abends und heimlich an tollen Pullis strickten, kaufen sie heute über das Internet ein. Väter freuten sich auf das Aufbauen und erste Spielen mit der Eisenbahn, die Junior unter dem Baum finden würde – heute ist er mit dem Tablet beschäftigt, während der Sohn sein neues Handy ausprobiert – über den Messenger mit Freunden schreibt, statt mit der Familie zu sprechen.

Es ist leider auch aus der Mode gekommen, an Weihnachten noch Karten oder Briefe zu schreiben. Die Menschen in Nah und Fern, Verwandte oder Freunde, werden per E-Mail, Messenger und Telefon kontaktiert; das geht schließlich schneller und einfacher, als sich hinzusetzen und einen Brief oder eine Karte mit den richtigen Worten zu schreiben. Dabei wäre es so einfach, einem Menschen wirklich Freude zu bereiten, wenn man diese Zeit investiert und das ganze dann noch ein wenig anspruchsvoll und zur Jahreszeit passend verpackt. Immerhin gibt es im Netz schönes Weihnachtsbriefpapier mit persönlicher Note, auf das man die Zeilen niederbringen kann.

Ich hab an Dich gedacht! Winterliches oder weihnachtliches Briefpapier

Wie süß es doch ist, wenn die Enkelchen sich mit roten Bäckchen hinsetzen, um der Oma, die an Weihnachten dieses Jahr zu Besuch kommt, einen Brief zu schreiben, um ihr diesen mangels Taschengeld als Geschenk zu überreichen. Mit krakeliger Schrift und herrlich ehrlichen und lieben Worten kommen hier Gefühle auf das Papier, die der Großmutter die Tränen in die Augen treiben werden. Die Cousine in Amerika, seit Jahren nur per Videochat gesehen und gesprochen, wird ebenso gerührt sein, wenn sie in diesem Jahr einen stilvollen und zugleich emotionalen Brief erhält. Rechtzeitig abgeschickt wird er ihr das Weihnachtsfest auf eine sehr intensive Weise verschönern. In beiden Beispielen kann man davon ausgehen, dass der Weihnachtsbrief auf schönem Weihnachtspapier – gleich, ob mit wackeliger Kinderhand oder in sauberer Schrift verfasst – wie ein wertvoller Schatz aufbewahrt und immer wieder hervorgeholt wird, um ihn wieder und wieder zu lesen und sich daran zu erfreuen.

Natürlich spielt die Wahl der richtigen Worte eine große Rolle. Kinder kann man hier ruhig machen lassen. Ein gekritzelter Weihnachtsbaum, schief und bucklig gemalt, darum verteilt die wichtigsten Menschen im Leben – im einen Eck der mit gerade erlernten Buchstaben geschriebene Name des Kindes: Auch so kann ehrlich und lieb gemeinte Weihnachtspost aussehen. Erwachsene verschönern das geschriebene Wort eher selten mit selbst gemalten Bildern. Wer keine Fotokarte verwenden möchte, sondern althergebracht auf Briefpapier schreiben will, findet im Internet wunderschöne Ausführungen, wahlweise mit winterlichen oder weihnachtlichen Motiven. Kernpunkt all dieser Briefe wird sein: „Ich hab an Dich gedacht!“ – und damit verbunden eine familiäre oder freundschaftliche Nähe, die auch bedeutet: „Du bist mir die Zeit wert, ein so persönliches Geschenk zu erstellen!“

Anfangsschwierigkeiten beim Briefeschreiben? Hier gibt es Hilfe!

Meinen letzten Brief habe ich im Deutschunterricht in der Schule geschrieben – so oder ähnlich argumentieren viele gegen das eigenhändige Verfassen von Weihnachtspost. Der Tastatur näher als dem Füller oder Kugelschreiber sind heute nicht mehr nur junge Leute. Auch ältere Semester haben den Weg in das WWW und zu all seinen einfachen und schnellen Vorzügen gefunden. Im Messenger und sogar per Mail wird alles klein geschrieben, die Autokorrektur lässt Grammatikschwächen und Rechtschreibfehler verschwinden; kurzum: Es ist ein Unterschied, ob ein Brief per Hand oder am PC geschrieben wird. Auch die Wortwahl ist unter Umständen eine andere. Aus Unsicherheit greift man dann wieder zu Krawatte und Parfum als Verlegenheitsgeschenk und schreibt auch in diesem Jahr keine Briefe, selbst, wenn das eigentlich ein Vorsatz war. Hier helfen Musterbriefe weiter, wenn man sich unsicher ist.

Private und geschäftliche Weihnachtsbriefe

Gerade im geschäftlichen Bereich ist es für viele Firmeninhaber eher eine leidige Pflicht, die Partner und Mitarbeiter mit einem Brief oder einer Karte zu bedenken. Standardfloskeln, aufgedruckt auf mehr oder minder hochwertige Karten, in der Karten-Mitte ein Firmenstempel und eine hingeschmierte Unterschrift: So kennt man die als lästig empfundene „Massenware“, die zur Post geht. Aussage 1: „Fröhliche Weihnachten und ein gesundes neues Jahr!“ Zwischen den wenigen Zeilen steht aber auch Aussage 2: Du bist es mir nicht wert, persönliche Worte, eine eigene Anrede, irgendetwas Individuelles zu finden. Diese Post wird meist nur kurz überflogen und dann im Mülleimer entsorgt. Man hat dran gedacht – aber auch nicht mehr.

Schon, wenn ein seriell erstellter Brief auf schönem Briefpapier gedruckt, gefaltet und ins Kuvert gepackt wird, sieht das gleich ganz anders aus. Die 0815-Karten machen den Aufwand nur ein wenig geringer – doch schon das geschmackvolle Motiv auf dem Papier kann den Wert des Geschriebenen erhöhen. Wenn dann sich noch jemand die Zeit nimmt, eine persönliche Anrede zu verfassen, punktet man zum Beispiel als Chef noch höher: Liebe Mitarbeiter – damit schert man alle über einen Kamm. Lieber Herr Müller liest sich persönlich, auf den Menschen bezogen und verleiht auch ein gewisses Selbstwertgefühl. Damit fühlt sich der Kollege wertvoll im Team, bringt seine Leistung deutlich bereitwilliger und freut sich über die Weihnachtspost.

Etwas leichter ist es, für private Weihnachtspost die richtigen Worte zu finden. Doch auch hier merkt man schnell, wenn man im Handschriftlichen aus der Übung ist. Eine Idee wäre es, nach der Anrede mit einem kleinen Vers zu beginnen: Man freut sich immer über ein kurzes Weihnachtsgedicht, und noch mehr, wenn dieses mit einigen aufrichtigen Worten in einem Brief zu finden ist. Wer selbst ein eher mäßig talentierter Dichter ist, findet im Netz derartige kurze Verse – und bei der vorhandenen Vielfalt im Web auch sicher einen, der in seiner Aussage „den Nerv“ trifft.

Das Fazit: Zu Weihnachten sollte es nicht immer nur um Materielles gehen. Wer sich nur ein wenig Mühe macht, braucht nicht viel Geld, um sehr individuelle Weihnachtsfreude in Form persönlicher Briefe oder Karten zu verschenken. Mit schönem Briefpapier und passenden Kuverts lassen sich Wünsche, Gedanken und Erinnerungen wundervoll zu Papier bringen. Das sind Werte, die wirklich ankommen, nicht kaputtgehen können oder – wie die meisten Verlegenheitsgeschenke – unbeachtet in eine Ecke gelegt werden. Das gilt natürlich auch für geschäftliche Weihnachtspost. Ist diese mit einer persönlichen Note versehen, schätzt der Geschäftspartner dies ebenso, wie der Mitarbeiter. Alle Leser persönlicher Weihnachtspost halten einen Augenblick inne, lassen den zur Weihnachtszeit kaum vermeidbaren Stress ein wenig pausieren und freuen sich, jemandem so viel wert zu sein. Nicht, weil er Unmengen an Geld ausgegeben hat, um viele Päckchen unter den Weihnachtsbaum zu legen, sondern weil er sich die Zeit nahm, auf besondere Weise an ihn zu denken.

This entry was posted on Dienstag, August 4th, 2015 at 2:45 pm and is filed under Kultur. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.

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