Billigtierfutter aus China, muss das wirklich sein?

Menschen, die sich für ein Haustier entscheiden, tun dies aus einer gewissen Überzeugung heraus. Sie nehmen sich auch vor, für dieses Tier alles zu tun, was nötig ist. Dazu gehört eine artgerechte Ernährung ebenso, wie regelmäßige Tierarztbesuche, Spielestunden und Kuscheleinheiten. Da spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Kaninchen, einen Hund oder eine Katze handelt – heute geht man davon aus, dass sich die künftigen Tierbesitzer über ihr baldiges Familienmitglied informieren, und dann – mit dem vollen Überblick über die mögliche Verantwortung und die anfallenden Kosten – die Entscheidung auf fundierten Argumenten aufgebaut treffen.

Natürlich kann es niemand voraussehen, ob die momentane Lebenssituation es immer zulässt, auch in Zukunft immer zu 100 Prozent das Beste für das Tier tun zu können. Jobverlust, familiäre Veränderungen: All das haben die Tierfreunde in dem Moment nicht unter Kontrolle, in welchem sie das Tier anschaffen. Dann müssen vielleicht Abstriche gemacht werden – im schlimmsten Fall trennt man sich sogar vom Haustier, was aber bei echter Tierliebe der Härtefall, das „worst case“ Szenario ist. Tausende Fälle, in denen die Menschen auf eigenen Luxus verzichten, um der einst übernommenen Verantwortung für das geliebte Tier gerecht zu werden, sind bekannt; leider hört die Welt aber auch immer wieder vom Gegenteil: Von verwahrlosten, kranken und sogar ausgesetzten Haustieren, derer man sich auf elende Weise entledigt hat. Nicht nur in Hinblick auf finanzielle Aspekte, sondern auch sonst in jeder Situation des Lebens: Die Anschaffung jedes Haustieres muss gründlich überlegt sein – von Gassi-Gehen bis Tierklinik-Rechnung, von Trockenfutter bis Impfung.

Schon hier liegt der Weg nahe zu jenen Einrichtungen, bei denen es wirklich auf jeden Cent bei der Tiernahrung ankommt – Institutionen, die sich um die armen Seelchen, die scheinbar niemand (mehr) haben möchte, kümmern und dafür oft auf Spenden angewiesen sind. In Tierheimen, bei der weltweiten Versorgung und Rettung von Straßenhunden, in Zoos und manchem Zirkus kommt es wirklich erst einmal darauf an, „dass“ die Hunde, Katzen und Co. etwas zu essen haben. „Was“ das genau ist und wie gesund es für die Tiere ist, ist hier leider zweitrangig – im nackten Überlebenskampf der Institutionen, Organisationen und deren Schützlinge. Wie eine wirtschaftliche Schieflage in einer Familie zuallererst Konsequenzen für die Tiere und deren Haltung hat, ist dies, nur in einem bedeutend höheren Ausmaß, auch in Zoos, Tierheimen usw. der Fall. So wird in diesem Buch drauf eingegangen, dass Billigfutter aus China eine mögliche Alternative sein könnte – um Versorgung zu gewährleisten, aber Kosten zu senken. Eine vorübergehende Notlösung, aber den Preis zahlen die mangelversorgten, oft kranken Tiere.

Auch bei der Tiernahrung auf die Inhalte schauen!

Hunde und Katzen sind jene Haustiere, die in ihrer Essensauswahl im menschlichen Haushalt oft am wenigsten anspruchsvoll sind. Man könnte sie auch mit Tischabfällen und sonstigen Lebensmittelresten füttern – schmeckt gut, macht satt: Tier zufrieden, Herrchen und Frauchen zufrieden. Haustiere, die derart wenig artgerecht mit überwürztem, gezuckertem und anderweitig ungeeignetem Futter versorgt werden, sind dann oft deutlich übergewichtig, anfällig für Krankheiten und werden dementsprechend auch nicht sehr alt. Sie bekommen viel früher schlechte Zähne, sogar Diabetes und die bekannten Folgeerscheinungen von Fehl-Ernährung werden viel zu oft diagnostiziert. Auch wenn dem Dackel die Bolognese Soße und dem Katerchen das liebevoll kleingeschnittene Schnitzel vielleicht wunderbar schmecken: Das ist Gift für alle Haustiere.

Leider ist die Tiernahrung aus dem Handel oftmals nicht viel besser. Liest man einmal aufmerksam durch, was man seiner Katze oder seinem Hund da appetitlich aus der Dose oder aus dem Alu-Schälchen serviert, hat das mit dem, was der Biologe als natürliche Futterquelle der Vierbeiner angibt, oftmals wenig zu tun. Ein Fleischanteil im einstelligen Prozentbereich – als Futter für einen Carnivoren, also einen Fleischfresser: Da sollten Frauchen und Herrchen ganz von selbst aufmerksam werden und die Finger davonlassen. Weniger Masse, dafür gehaltvoll und artgerecht auf das jeweilige Tier abgestimmt: So sollte Tiernahrung aussehen. Große oder kleine Hunderassen, aktive oder weniger lebendige Hunde, junge oder alte Tiere, solche mit einer Unverträglichkeit – die Welt der Tiernahrung passt wirklich nicht in eine Dose oder das 0815-Trockenfutter, das es zum Dumpingpreis im Discounter gibt. Nicht nur Importware, etwa aus China, sondern auch manches in Deutschland hergestellte Trockenfutter beziehungsweise Nassfutter bringt Experten und Tierfreunde aus aller Welt zum Verzweifeln – mit artgerechter und gesunder Tiernahrung haben diese Produkte, oft von Zucker und Lockstoffen nur so vollgestopft, nämlich gar nichts zu tun. Tierbesitzer, die sich eingehend informiert haben, geben ihren Hunden und Katzen dann doch lieber wie früher gebackenes Hundefutter von Bubeck, welches in der Zusammensetzung und in der Konsistenz genau an die Bedürfnisse, das Gebiss und alle anderen Voraussetzungen des Tieres angepasst sind.

Preisunterschiede sind Herstellungsunterschiede

Mixt man Abfälle zusammen, versetzt sie mit Chemie und füllt das – versetzt mit Aromastoffen und Lockmitteln – in Dosen ab, müssen die nur noch Tierhalter-freundlich bedruckt werden: Dann winkt der große Reibach. Das, was manche unserer Hunde und Katzen täglich „essen“, müsste tatsächlich aufwändig entsorgt werden, würde es nicht im Tierfutter verwertet. Die Chemie hilft, der Basis – was in dieser zu finden ist, kann in einem recht kritischen Artikel auf leswauz.com nachgelesen werden – alles „Gesunde“ für das Tier zuzusetzen.

Letztendlich ist das billige China (oder sonst irgendwo produziert) -Tierfutter genau das Gegenteil der Sparsamkeit, die einem Tierhalter vorgegaukelt wird. Die Tiere werden krank, brauchen öfter und viel intensiver einen Tierarzt, Medikamente und teure Behandlungen, alles aus der eigenen Tasche zu bezahlen. Wer sein Tier auf das Individuum und die Rasse hin artgerecht ernährt, legt damit die Basis für ein gesundes, langes Leben voller Freude, Spaß – und ganz zuckerfrei und ohne Lockstoffe auch wohlschmeckend für das Tier, welchem die bunte Verpackung, die Marke und eine grüne Deko am Tellerrand übrigens vollkommen egal sind.

This entry was posted on Montag, Juli 18th, 2016 at 3:46 pm and is filed under Allgemein. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.

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